IKG dokumentiert 671 antisemitische Vorfälle: Angriffe und Drohungen nehmen zu

Die Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 671 antisemitische Vorfälle in Österreich dokumentiert. Damit liegt die Gesamtzahl unter den 726 registrierten Vorfällen im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Gleichzeitig zeigt der Bericht eine Zunahme bei besonders schweren Vorfällen: Die Zahl der dokumentierten körperlichen Angriffe stieg von fünf auf zwölf, jene der Bedrohungen von acht auf 18.

Gesamtzahl sinkt, schwere Vorfälle nehmen zu

Die Zahlen zeigen damit ein unterschiedliches Bild. Während insgesamt weniger antisemitische Vorfälle registriert wurden als von Jänner bis Juni 2025, nahm die Zahl der körperlichen Angriffe und Bedrohungen zu.

Die IKG spricht weiterhin von einem hohen Niveau antisemitischer Vorfälle in Österreich. Bereits für das erste Halbjahr 2025 hatte die Meldestelle 726 Fälle dokumentiert.

Was die Zahlen der Meldestelle bedeuten

Bei den 671 Fällen handelt es sich um Vorfälle, die der Antisemitismus-Meldestelle bekannt wurden und nach Prüfung als antisemitisch eingestuft wurden.

Die Statistik ist daher keine vollständige Erfassung aller antisemitischen Vorfälle in Österreich und auch keine Statistik über strafrechtliche Verurteilungen. Nicht gemeldete Fälle können darin nicht berücksichtigt werden.

Die Meldestelle weist bei ihren Berichten darauf hin, dass nur gemeldete und nach ihren Kriterien verifizierte antisemitische Vorfälle in die Statistik aufgenommen werden.

Bedeutung für jüdisches Leben in Österreich

Der Rückgang der Gesamtzahl bedeutet nach den vorliegenden Daten nicht, dass die Sicherheitsproblematik verschwunden ist. Insbesondere der Anstieg bei körperlichen Angriffen und Drohungen verdeutlicht weiterhin bestehende Risiken für jüdisches Leben in Österreich.

Die Entwicklung betrifft neben der persönlichen Sicherheit auch die Möglichkeit, jüdisches Leben sichtbar und ohne Angst vor Anfeindungen oder Übergriffen auszuüben.

Vorfälle können weiterhin gemeldet werden

Betroffene oder Personen, die antisemitische Vorfälle beobachten, können sich an die Antisemitismus-Meldestelle der IKG wenden.

Die vollständigen Berichte und Informationen zur Methodik sind auf der Website der Meldestelle verfügbar. Meldungen und Beratungsanfragen sind unter anderem telefonisch unter +43 1 531 04-777 möglich.

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